Mit 7 Jahren gründete ich meine erste Band, und habe es total krachen lassen vor den Jungs in der Nachbarschaft!
 
Die in Jerusalem geborene Liron Meyuhas ist ein echtes musikalisches Naturtalent. Nicht nur, dass sie eine schier endlose Liste an Perkussions-Instrumente perfekt beherscht, auch ist sie Sängerin und Songschreiberin in zahlreichen Musik-Projekten welche sich über den gesamten Globus verteilen. Eine echte World-Musikerin eben. Global Music Network sprach mit ihr über ihren musikalischen Werdegang, wie sie das erste Mal mit arabischer Musik in Berührung kam, und warum sie sich den Namen „La Gitana“ gegeben hat.
 
Liron meyuhas Pic
 
 
Hi Liron. Bitte stell dich doch für kurz vor.
 
Mein Name ist Liron Meyuhas, ich bin eine 31-jährige Perkussionistin & Sängerin aus Jerusalem, Israel. Vor kurzem erhielt ich meinen Bachelor-Abschluss in Musikpädagogik in Tel Aviv. Musikalisch konzentriere ich mich derzeit vor allem auf das "La Gitana-Projekt", ein Bandprojekt welches ich vor einigen Jahren gegründet habe und leite. In den vergangenen zwei Jahren haben wir auf verschiedenen Festivals und Veranstaltungen in Israel und Europa gespielt.
Mein persönliches und musikalisches Leben findet in Jaffa, im südlichen Teil der Stadt Tel Aviv, statt, direkt am Meer. Wenn ich nicht gerade übe oder irgendwo auftrete, liebe ich es mein Surfbrett schnappen und zum Strand zu gehen.
 
Wie lange musizierst du schon, und welche Instrumente beherrschst du alle?
 
Ich fing im Alter von 6 Jahren an zu musizieren. Mit 7 Jahren gründete ich dann meine erste Band, und habe es total krachen lassen vor den Jungs in der Nachbarschaft!... Ich kann mich auch noch gut daran erinnern, wie ich bereits als Kind Songs und Gedichte geschrieben habe. Später als Teenagerin hüpfte ich dann meist zwischen Gitarren- und Keyboardunterricht.
 
Als ich dann mit 18 in Sinai (Ägypten) unterwegs war, fühlte ich, dass ich meine Bestimmung gefunden hatte: Perkussion! Ich "jammte" eines Nachts mit den Beduinen vor Ort, irgendwann griff ich zur Darbuka-Trommel, und sie fühlte sich so unglaublich gut in meinen Händen an! Das war der Moment als ich meine Liebe für Arabische bzw. Khaleeji-Musik zu entdeckte. Seitdem bin ich viel gereist und habe die Musik vor Ort, bei grossen Musikern und Perkussionisten studiert. Ich war in Conakry (Guinea) in Westafrika, in Marokko, Italien, Spanien, der Türkei und Israel. Nach all den Reisen hatte ich dann irgendwann das Bedürfnis mich für eine Weile niederzulassen, und tat ich dies in der Toskana, in Italien, wo ich Jazz an der Nationalakademie von Siena studierte.
 
Wie bist du zum Hang (dem Perkussions-Instrument) gekommen?
 
Ich entdeckte die Hang-Drum vor 12 Jahren in Tel Aviv entdeckt, als ich jemand auf der Strasse damit musizieren hörte. Ich verliebte mich sofort in das Instrument, und nicht lange danach fand ich mich in Bern in der Schweiz, wo das Instrument erfunden wurde, an einem Workshop wieder. Jedes Instrument erregt mich auf eine andere Weise - beim Spielen des Hang spüre ich, wie mein Geist ins schweben gerät. Ich liebe es, Hangmelodien und Perkussion zu kombinieren, und lediglich mit einer Looping-Maschine ganze Songs zu schaffen.
 
Du trägst den Zusatz „La Gitana“ in deinem Namen. Was hat es damit auf sich?
 
"La Gitana" ist Italienisch bzw. Spanisch und bedeutet in etwa soviel wie "die Reisende". Ich habe lange überlegt, was am besten meine Person und all den Einflüssen die mich als Musikerin ausmachen, beschreibt. Irgendwann bin ich auf diese Bezeichnung gestossen, und wusste sofort dass es die richtige ist!
 
Hast du einen speziellen Bezug zur Kultur der Roma?
 
Absolut. Damals in meiner Zeit in Florenz, spielte ich jeweils in einer Balkan-Band und verliebte mich in diese Grooves. Die Musik, die ich heute spiele, ist vielleicht keine Balkan- bzw. Roma-Musik mehr, jedoch kann ich immer noch den Einfluss dieser Periode in meinen Arrangements und Melodien spüren.
 
Dein im Jahre 2015 erschienenes Album „Silent Wind“ besteht ein einem einzigen 33 minütigen Song. Wie kamst du auf diese Idee, und was hat dich zu dieser Komposition inspiriert?
 
Die Idee war, umgeben von all meinen Musikinstrumenten, einfach loszulegen und spielen ohne zu analysieren - reine Improvisation sozusagen. Als Basis meiner Improvisations-Session dienten lediglich 2 Skizzen, die ich von einem Cellospieler in einer meiner Gruppen in Italien aufgenommen hatte - OUÏE - der Rest war meine Inspiration.
 
Was sind deine nächsten Projekte und wo kann man dich und deine Musik hören?
 
Momentan arbeite ich gerade an meinem Debütalbum. Dieses soll im Frühjahr aufgenommen werden. Ein weiteres Projekt, wo ich äusserst happy bin dabei sein zu dürfen, heißt "Malaika Trio", eine weibliche Afro-Beat-Band. Wir haben in den letzten paar Jahren bereits in ganz Israel gespielt, und wollen das kommende Jahr auch Europa bereisen. Falls sich jemand im Januar in Indien aufhaltet, können ihr mich auch auf dem "Saarang Festival" und dem "Handpan Festival" in Goa hören. Die Tourdaten für den Sommer 2017 in Europa werden in Kürze veröffentlicht. Es sind alle eingeladen, mir auf meiner Facebook-Seite und meiner eigenen Webseite zu folgen. Stay tuned!

 

 

 

 

 
 
 
Interview: Robert Lippuner / Global Music Network

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