Fatoumata Diawara Pic

Fatoumata Diawara ist eine aus Mali stammende Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin. Sie wurde 1982 geboren und gilt als eine der wichtigsten Musikerinnen ihres Heimatlandes.
 
Fatoumata Diawara lebte die ersten Jahre ihrer Kindheit mit ihren Eltern in Abidjan in der Elfenbeinküste. Ihre Eltern leiteten eine Tanzgruppe in der sie bereits früh auftrat. Auch brachte ihr Vater ihr das Gitarren spielen bei. Nach dem tragischen Tod einer älteren Schwester, wurde sie nach Bamako in Mali zu eine Tante geschickt, welche sie daraufhin adoptierte, und wo sie den Rest ihrer Kindheit verbrachte.
 
Durch ihre Tante, einer Schauspielerin, bekam Fatoumata Diawara Zugang zum Theater. 1997 wurde sie vom malischen Filmemacher Cheick Oumar Sissoko entdeckt, der sie im Film ''La Genèse'' (Gewinnerin des Preises "Un Certain Regard" bei den Filmfestspielen von Cannes 1999) als weibliche Hauptrolle engagierte. 1998 ging sie nach Frankreich an das Théâtre des Bouffes du Nord. Sie drehte mehrere Spielfilme, darunter ''Sìa : Le Rêve du python'', welcher den Sonderpreis der Jury beim Fespaco 2001 erhielt.
 
Im Jahr 2002 floh Fatoumata Diawara vor einer Zwangsheirat mit ihrem Cousin in das Strassentheater Royal de Luxe aus Nantes und verbrachte sechs Jahre in der Truppe1. Im November 2006 wurde sie für die weibliche Hauptrolle an der Saheloper in Bamako engagiert.
In dieser Zeit wurde sie vom malischen Musiker Cheick Tidiane Seck bemerkt, und wirkte in den folgenden Jahren auf diversen Albumproduktionen als gefragte Gastsängerin mit. Unter anderem sang sie auf Alben von Dee Dee Bridgewater (Red Earth), Oumou Sangaré (Seya) und Herbie Hancock (The Imagine Project).
 
2011 erschien mit der EP ''Kanou'' die erste Veröffentlichung unter ihrem eigenen Namen. Bereits im selben Jahr folgte ihr Debut-Album ''Fatou''. Beide Produktionen erschienen über das World Music Label World Circuit und konnten internationale Beachtung erlangen. In ihrer Musik lässt sich Fatoumata Diawara von der traditionellen Wassoulou-Musik ihrer Heimat inspirieren, aber auch moderne Rhythmen und Arrangements und Einflüsse von Jazz und Blues finden sich in ihr wieder. Neben einer Vielzahl an weiteren Produktionen entstand 2015 das Live-Album ''At Home'' zusammen mit dem Kubanischen Musiker Roberto Fonseca.
 
Fatoumata Diawara ist eine äusserst gefragte Live Musikerin. Neben vielen europäischen Auftritten führte sie ihr Programm bereits nach Südamerika, Asien und Australien, sowie auf mehreren Reisen in die USA, wo sie im September 2013 im Rahmen der Clinton Global Initiative neben The Roots und anderen Musikern in New York auftrat.
 
Neben ihrer schauspielerischen und musikalischen Tätigkeit, engagiert sich Fatoumata Diawara immer wieder auch in politischen Projekten. So setzt sie sich gegen die Genitalverstümmelung von Frauen in ihrer Heimat Mali ein, und leitete unter anderem 2012 die Produktion eines Musikvideos gegen die Besetzung des Nordens des Landes durch Dschihadisten. Im Jahre 2013 erhielt sie, für ihr Engagement in Mali und ihr außergewöhnliches musikalisches Talent, den ''Africa Festival Award'' auf dem Africa Festival Würzburg.
 
Im Jahr 2018 veröffentlichte Fatoumata Diawara ihr zweites und bislang letztes Soloalbum mit dem Titel ''Fenfo''. Das Album wurde vom renommierten französischen Gitarristen und Rockmusiker Matthieu Chedid produziert. Mit dem Album konnte Fatoumata Diawara direkt an ihre bisherigen Erfolge anknüpfen und sowohl Kritiker wie auch Publikum weltweit begeistern.
 

 
 
 
 

 

Text: Robert Lippuner / Global Music Network

 


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